Thorsten Neelmeyer

 

Meine Geschichte beginnt an einem heißen Julitag.

Propheten (Frauenärzte) kündigten mein Kommen an. Sepp Herberger war im WM-Viertelfinale in Chile gerade an Jugoslawien gescheitert. Die Zeit verging. Ich wollte Fußballprofi, Lottomillionär oder ein Mann für gewisse Stunden werden. Jedenfalls wollte ich in Hotels wohnen und Taxi fahren.

Schließlich ergriff ich einen Beruf, in dem ich alles sein konnte. Franz Beckenbauer war in Mexiko gerade im Finale an Argentinien gescheitert, als ich mich ins bourgeoise München aufmachte, wo selbst einfache Arbeiter wie leitende Angestellte herumlaufen.

An der Neuen Münchner Schauspielschule lernte ich für die Schwalben des Lebens. In Rom wurde Deutschland Weltmeister, als mein erstes Engagement am Landestheater Schwa(l)ben angepfiffen wurde. Nach zwei Jahren wechselte ich mich selbst aus und ging ablösefrei nach Hamburg, wo man mich in verschiedenen Fernsehproduktionen als Joker einsetzte. Es waren meistens Auswärtsspiele, und ich wurde gnadenlos ausgepfiffen. Ich schoß dann noch einige Tore in dem Kinofilm "Die grüne Wolke".

Ich bin noch lange nicht "wie Flasche leer", manchmal ziemlich Ballaballa, und jetzt habe ich fertig.

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